Im August diesen Jahres war ich gemeinsam mit meinem Studienfreund Thomas in Urlaub in Kenia und Tansania und habe dabei auch unseren Partner DISC besucht. Wir hatten zwei Tage Zeit, uns das Dorf anzuschauen, uns über die aktuelle Arbeit von DISC zu informieren und gemeinsam etwas mit unseren Partnern vor Ort zu unternehmen.Am Abend des dritten August, an einem Montag kamen wir in Donyo an, leider mit etwas Verspätung. Die Zugfahrt von Mombasa nach Nairobi daurte statt überschaubaren 16 leider 22 Stunden, so dass Victor Muindi, Ann N’dungu und Charles Ochieng uns in Thika abholten. Am Abend bezogen wir das Donyo Guest House – eine sehr schöne und farbenfrohe Herberge im Dorfzentrum, die sauber und jedem Rucksackreisenden zu empfehlen ist.

Am Dienstagmorgen besichtigten wir die Fourteen Falls gemeinsam mit Samuel Mtuku. Samuel hat durch die Unterstützung von ELIMU sein Studium im Bereich Finance abschließen können und arbeitet derzeit als Dozent bei der DISC in der IT-Bildung. Der Fluss hier war wirklich beeindruckend und bot genug Platz, um über die Felsblöcke zu klettern und die vierzehn einzelnen Wasserfälle aus allen Winkeln zu betrachten. Auf seinem Weg zu den Wasserfällen kommt der Fluss an der Hauptstadt Nairobi vorbei, dessen Industrien ihre Abwässer hier entsorgen. Das Resultat sind riesige „Schaumberge“, die am Wasserfall aufgewirbelt werden und wie ein kleiner Schneesturm durch die Luft treiben. Sie ließen uns eindrucksvoll die Bedeutung des Umweltschutzes begreifen und machten uns anschaulich klar, wie sehr sich der lange Weg der Industrienationen zu einem größeren Umweltschutz gelohnt hat.

Im Anschluss stellte uns Samuel die DISC-Projekte im Bereich IT-Bildung vor. Während sich ELIMU auf die allgemeine Schulbildung konzentriert, wird dieser Bereich vom Berliner Verein Leapfrog e.V. unterstützt. Im Herbst sollen im IT-Center 40 SchülerInnen in Webdesign unterrichtet werden. 

Danach führte uns Ann N’dungu, die von ELIMU viele Jahre unterstützt wurde und heute für DISC ehrenamtlich arbeitet, zu ihrem Zuhause, wo wir von ihrer Familie sehr herzlichen empfangen wurden. Gestärkt durch das reichhaltige Mittagessen folgten wir Anns Vater gebannt über die Felder der Familie, vorbei an vielen exotischen Früchten. Wir sahen zum Beispiel Bananenstauden, Zuckerrohr, Chilis, Mangobäume, Passionsfrüchte oder Avocados, und haben natürlich auch alles probiert. Eine kleine, ovale Frucht mit vielen langen und scharfen Stacheln war dabei besonders interessant – und gefährlich. Hätte ich von ihrer Ähnlichkeit mit dem Geschmack der deutschen Gurke gewusst, hätte ich sie nicht probiert. Aber da war es zu spät. Mir diente die „Stachelgurke“ fortan eher als Schutz vor Dieben oder möglichen Angreifern. 

Neben dieser „Frucht“ habe ich aber vor allem viele tolle Eindrücke mitgenommen und war von der Gastfreundschaft begeistert. Es ist schön, dass Anns Familie durch ihre harte Arbeit ihren Lebensunterhalt sichern und einen kleinen Nebenverdienst erwirtschaften kann. Wir sind sicher, dass Ann ihre Arbeit bei DISC weiter so engagiert fortsetzt und im College auch in Zukunft wegen ihrer lustigen Art bekannt sein wird.

Nachdem wir am Abend das kenianische Nachtleben in einem Club im nahen Thika erkundet hatten, trafen wir uns am nächsten Morgen mit Charles Ochieng und Victor Muindi in der DISC-Bibliothek zu einer kurzen Besprechung aktueller Themen. Dabei ging es um das geplante Budget für 2016, Fotos für eine ELIMU-Ausstellung, unsere Patenschaften und das geplante Skypen auf unserem nächsten Workshop im November.

Direkt anschließend machte ich mich schon auf den Weg zum Flughafen in Nairobi. Obwohl unser Aufenthalt in Donyo natürlich viel zu schnell vorbeiging, war das Wiedersehen unsere Freunde wie immer ein tolles Erlebnis.